Faustregeln sollen dabei helfen, die optimale Aufteilung von Anlageklassen in einem Portfolio zu finden. Gibt es diese überhaupt?
Wer sich mit der Aufteilung verschiedener Anlageklassen im Portfolio beschäftigt, stößt schnell auf eine bekannte Faustregel:

Aber können sich Anleger wirklich nach dieser Regel richten?
„Jede Jeck ist anders“, lautet ein Kölsches Grundgesetz.
Und so ist es ja tatsächlich. Doch das Beispiel zeigt das Problem solcher Faustregeln: Sie unterstellen, dass jüngere Menschen viel Zeit für den Vermögensaufbau haben und Wertschwankungen, die Investitionen in Aktien mit sich bringen, aussitzen können.
Doch vielleicht möchte der 30-Jährige in wenigen Jahren auf sein Kapital zugreifen – etwa für den Kauf einer Immobilie. Umgekehrt kann ein 60-Jähriger finanziell gut aufgestellt sein, hat in absehbarer Zeit keinen Kapitalbedarf und möchte sein Vermögen wachstumsorientiert investieren, um es in einigen Jahren zu vererben.
Diese Beispiele machen deutlich: Bei der Aufteilung der Anlageklassen – der sogenannten Asset-Allokation – sollte stets die individuelle Situation berücksichtigt werden.
„Die Vermögenaufteilung ist die wichtigste Entscheidung eines Investors – Beraters“
Warren Buffett
Welche Ziele habe ich bei meiner Geldanlage?
Insofern sollte vor der Asset-Allokation stets die individuelle Ausgangslage betrachtet werden. Denn Anlageziele und Bedürfnisse unterscheiden sich erheblich.
Manche Anleger möchten vor allem den Wert ihres Vermögens erhalten, andere streben zusätzlich attraktive Renditen an und akzeptieren dafür Wertschwankungen.
Doch bereits für den Werterhalt sind Erträge, die üblicherweise über der Verzinsung von Tages- oder Festgeldkonten liegen, notwendig. Denn ohne reale Erträge verliert Vermögen über die Jahre an Kaufkraft, da Preise aufgrund der Inflation stetig steigen.
Wie viel Wertschwankungen kann ich aushalten?
Eine Möglichkeit, die Kaufkraft zu erhalten und langfristig zu steigern, besteht darin, in qualitativ hochwertige Unternehmen mit tragfähigen Geschäftsmodellen zu investieren – und auf diese Weise von Preissteigerungen zu profitieren.
Allerdings können sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern – etwa durch Regulation aber auch technologische Innovationen bis hin zu Disruptionen. Auch die Aktienkurse robuster Unternehmen schwanken in solchen Phasen.
„Rendite ist der Preis, den man für das Aushalten von Schwankungen erhält“
Eine breite Diversifikation, also die Streuung über unterschiedliche Branchen, Regionen und Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Gold, kann helfen Wertschwankungen abzumildern.
Wie lange möchte ich mein Vermögen anlegen?
Wer ein Vermögen aufbauen möchte, sollte zudem einen langfristigen Anlagehorizont mitbringen. Kurzfristige Spekulationen auf Trendthemen sind meist wenig erfolgversprechend und erhöhen das Risiko deutlicher Verluste. Die Höhe der Aktienquote gehört zu den grundlegenden strategischen Entscheidungen einer Vermögensanlage.
Sie sollte daher über einen längeren Zeitraum Bestand haben. Wenn sich die persönlichen Lebensumstände ändern – etwa durch einen Immobilienkauf oder den Übergang in den Ruhestand – gilt es allerdings, die Gewichtung zu überprüfen.
Rebalancing: Portfolio-Gewichtung anpassen
Die Gewichtung der Anlageklassen verändert sich durch unterschiedliche Wertentwicklungen im Zeitverlauf automatisch. Entwickeln sich Aktien besser als Anleihen oder Gold, steigt ihr Anteil am Portfolio.
Wer selbst in Fonds – ETFs oder Einzeltitel investiert, muss diese Anpassungen – das sogenannte Rebalancing – regelmäßig selbst vornehmen. Kundinnen und Kunden einer Vermögensverwaltung müssen sich um solche Entscheidungen keine Gedanken machen.
Fazit:
Faustregeln helfen bei der Asset-Allokation selten weiter. Wichtig ist vor allem eine wohlüberlegte und langfristig tragfähige Anlagestrategie. Häufige Wechsel erhöhen die Transaktionskosten und können die Wertentwicklung schmälern.
„Nicht die perfekte Aufteilung entscheidet, sondern die passende“
Gerne unterstützt Sie das Team von Klaus & Kollegen bei diesen Fragen und Überlegungen.
Wir freuen uns auf die kommenden Kontakte mit Ihnen, bis bald und bleiben Sie zuversichtlich.
Herzliche Grüße von Carsten Klaus, Thomas Zurnieden, Alexandra Schmitt und Team von Klaus & Kollegen – Private Banking aus Freiburg.