Deutsche Autobauer zeigen eindrucksvoll, warum Anleger bei Aktien nicht nur auf die Dividendenrendite schauen sollten.
Volkswagen, BMW und Mercedes gehören seit Jahren zu den Unternehmen mit vergleichsweise hohen Dividenden. Für viele Anleger klingt das attraktiv: hohe Ausschüttung, niedrige Bewertung und damit vermeintlich eine günstige Gelegenheit.
Doch die Kursentwicklung der vergangenen Jahre zeigt ein anderes Bild. Während der Dax deutlich zugelegt hat, haben die Aktien der großen deutschen Autobauer erheblich an Wert verloren. Die hohe Dividende konnte diese Entwicklung nicht auffangen.
Hohe Dividende – und trotzdem Kursverluste
Genau hier liegt eine wichtige Erkenntnis für Anleger: Eine hohe Dividendenrendite ist kein Qualitätsmerkmal an sich.
Im Gegenteil: Fällt der Aktienkurs eines Unternehmens stark, steigt rechnerisch die Dividendenrendite. Das kann auf den ersten Blick attraktiv aussehen, obwohl der Markt gleichzeitig signalisiert, dass er die zukünftigen Ertragsaussichten kritisch beurteilt.
Auch bei den deutschen Autobauern sind die Gewinne und Ausschüttungen zuletzt unter Druck geraten. Der Wettbewerb aus China, der enorme Investitionsbedarf für Elektromobilität und die schwächere Entwicklung wichtiger Absatzmärkte belasten die Unternehmen.

Was Anleger wirklich betrachten sollten
Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
„Wie viel Dividende bekomme ich?“
Sondern:
„Wie entwickelt sich mein eingesetztes Kapital insgesamt?“
Dazu gehören neben der Dividende vor allem die zukünftige Gewinnentwicklung, die Wettbewerbsfähigkeit, die Bilanz, das Geschäftsmodell und die Wachstumsperspektiven. Eine Aktie, die beispielsweise 7 Prozent Dividende zahlt, aber gleichzeitig 15 Prozent an Wert verliert, ist für den Anleger kein gutes Geschäft.
Selbstüberschätzung – die unterschätzte Gefahr
Besonders erfolgreiche und analytisch denkende Menschen überschätzen häufig ihre Fähigkeit, Märkte vorherzusagen. Psychologen sprechen von der Illusion der Kontrolle. Intelligenz schützt daher nicht automatisch vor Fehlentscheidungen – im Gegenteil:
Sie kann dazu führen, dass eigene Irrtümer später erkannt werden.
Dividende ist nur ein Teil der Rendite
Die Dividende bleibt selbstverständlich ein wichtiger Bestandteil der Aktienanlage. Gerade für Anleger, die regelmäßige Erträge suchen, kann sie attraktiv sein. Sie sollte aber nicht isoliert betrachtet werden.
Entscheidend ist die Gesamtrendite aus Kursentwicklung und Ausschüttungen – und vor allem die Frage, ob ein Unternehmen seine Gewinne langfristig steigern und damit auch seine Dividende nachhaltig finanzieren kann.
Das Beispiel der deutschen Autobauer ist deshalb ein gutes Lehrstück für die Börse: Eine hohe Dividende kann attraktiv aussehen. Sie ersetzt aber keine gute Unternehmensentwicklung.
Fazit:
Nicht die Aktie mit der höchsten Dividende ist automatisch die beste Anlage. Entscheidend ist die Qualität des Unternehmens und das Potenzial für eine langfristig attraktive Gesamtrendite.
Wer ausschließlich auf die Dividendenrendite schaut, läuft Gefahr, den wichtigsten Teil der Aktienanlage aus den Augen zu verlieren: den Wert des Unternehmens und damit den Wert der eigenen Investition.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie sommerliche Tage voller Erholung und besonderer Augenblicke.
Herzliche Grüße von Carsten Klaus, Alexandra Schmitt, Thomas Zurnieden und Team von Klaus & Kollegen Private Banking aus Freiburg.
